Om Hedwig und Franziska Dragendorff
Wir können die Gegenwart nur verstehen, wenn wir uns um die Analyse der Vergangenheit bemühen. Dies sollte die Motivation auch für den Familienforscher sein. Das Sammeln von Daten ist dabei weniger entscheidend als die Auswertung von Dokumenten der Zeitzeugen. Da ist es denn freilich ein einmaliger Glücksfall, schreibfreudige Vorfahren gehabt zu haben, die zudem Kontakte mit berühmten Persönlichkeiten ihrer Epoche hatten. Dies ist in der Familie des Autors der Fall; und so blieb das Vergangene durch Zeitbilder lebendig, die seine Vorfahren verfassten. Zu den mütterlichen Vorfahren des Autors gehören Mitglieder der Familie Dragendorff aus Rostock. Einige dieser Ahnen schrieben fesselnde Lebensberichte. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang Hedwig Dragendorff (1807-1896),
Erzieherin und lebenslang anteilnehmende Freundin des Literaturwissenschaftlers, Dichters, Übersetzers und Kunstsammlers Adolf Friedrich Graf von Schack (1815-1894), der die nach ihm benannte Schack-Galerie in München begründete. Ihre Schwester Franziska Dragendorff (1821-1884) heiratete den Juristen Friedrich Genzken (1817-1875), der 1848 als Strelitzer Abgeordneter zum Frankfurter Parlament (Paulskirche) gehörte. Hineingeboren in die Welt des sogenannten Biedermeier, eigentlich eine Zeit verheimlichter Rebellionen, durchlebten beide Frauen nach einer behüteten Jugend ein Jahrhundert, das durch tiefgreifende technische Neuerungen und dramatische gesellschaftliche Veränderungen gekennzeichnet war. Der Verfasser sah seine Aufgabe darin, von den Schicksalen dieser Frauen zu berichten, indem er s i e berichten ließ
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